Ich habe es nicht wirklich lange geplant, aber spannend um mal reinzuschauen, was „top notch“ Digitalisierungsprojekte in meiner Kommune so machen. Welche Beteiligten da mitspielen. Wo man vielleicht Anknüpfungspunkte findet. Und natürlich auch um Caro Metzner https://carolin.ai/ zu treffen, und Christine https://nrw.social/deck/@die_christine aus dem Mastodon-Netzwerk
Ki, Ki, Ki — also LLMs
Auch im Umfeld der kommunalen Digitalisierung scheint Ki omnipräsent zu sein. Und ich bin positiv überrascht – die Herangehensweise ist überlegt, strukturiert, und mit dem Aufbau lokaler Modelle auch sinvoll gestaltet. Der Einsatzzweck scheint tatsächlich in erster Linie Schreibarbeit zu sein – vielleicht taugt das als Unterstützung besser, als der Umgang mit den Textbausteinen. Vielleicht auch nicht. Denn die Textbausteine waren immerhin redaktionell abgesegnet, und legal belastbar. Ob das bei dem vielleicht organischer wirkenden AI-Slop auch so ist, wird sich noch herausstellen.
Eine kleinschrittige Ausbildung zum Umgang mit LLMs scheint erst mal ein guter Umgang zu sein. Aber wie in allen Weiterbildungen, der Praxistransfer ist die entscheidende Hürde, die Erwartung von einer Quote von 70%, die in die aktive Nutzung kommen, scheint realistisch.
Projekte
Die Ausstellungsfläche mit Projekten und Unternehmen im Umfeld von kommunalen IT-Projekten, Digitalisierung und „Smart City“ hatte einiges spannendes zu bieten. Was mich positiv überrascht hat: man macht sich durchaus viele Gedanken, zu datensparsamer Sensorik. Also NICHT einfach „billige“ Kameratechnik überall aufhängen, und dann mit der Software rumbasteln, Bilderkennung trainieren, und trotzdem jede Menge Gesicherter auf digitalen Streams produzieren. Sondern Sensorik, die mit TOF-Sensoren oder Infrarotbildern schon abstrahierte Daten produziert. Ohne Probleme ist das allerdings dennoch nicht. Der Bürger sieht erst mal überall neue Dingsies an Masten hängen, und vermutet erstmal (nicht ohne Grund) Kameras, selbst wenn es keine sind. Das Mißtrauen ist IMHO auch nicht unbegründet.
Wenn stand heute z.B. mit TOF 3D-Scans mit einem Raster von 8×8 Pixeln aufgenommen werden, dann kann die nächste installierte Generation in 5 oder 8 Jahren vielleicht schon Megapixel-Auflösung, und 3D-Scans in Echtzeit, die dann auch schon wieder Gesichtserkennung ermöglichen. Auch ohne Digitalbild.
Die Bienen, die Drohnen, die Sensoren, die Volkshochschule, überall spannende Gespräche geführt.
Stand kommunaler IT und Digitalisierung
Das scheint, in vielerlei Hinsicht, eine andere Welt zu sein, als kommerzielle IT. Es hat sich schon einiges getan, aber von Unternehmens-IT ist das immer noch weit weg.
Viele Digitalisierungsprojekte sind Aushängeschilder ohne Hintergrund. Die Erfassung eines „Radewege-Schadens-Katasters“ mittles Bürgerapp bleibt ein sinnloses Unterfangen, wenn auf die Meldungen keine Reparaturen erfolgen.
GUI-Automation unter dem Stichwort „Robot Process Automation“ fand ich eine gruselige Lösung für die Umsetzung von digitalen Prozessen. Muss sich wirklich ein Roboter über Fat Clients von vor 20 Jahren durch Prozesse klicken und Formulare ausfüllen, um elektronische Dokumente auszufüllen und zu versenden? Ist die LoB-Software (oder Fachanwendung im Kommunal-Sprech) so schlecht programmiert, dass ein keine API gibt, an die man andocken kann? Sind „Client Server“ oder „3-Tier“-Architektur da auch heute noch unbekannte Wesen der zuliefernden Softwarehäuser? Ich bin, gelinde gesagt, deutlich irritiert.