#autokorrektur, zum dritten

Das Ende unseres privat besessenen KFZ

Es deutete sich in den letzten Monaten schon an. Mit einer Nutzung von monatlich weniger als 50km in der Pandemie, mit längeren Fahrstrecken, die nur dem Erhalt (Akku Laden! Bremsen entrosten!) des Fahrzeugs selber dienten, wurde das irgendwann absurd. Obwohl ich den Erhalt eines Fahrzeugs immer als Vorteilhaft gegenüber dem Austausch empfunden habe, bei geplanter langer Nutzung, war dann der Faktor der anstehenden Reparaturen, des fälligen TÜV gegenüber der Nutzung in keinem Verhältnis mehr.

Meine Langjährige Werkstatt hat den Volvo übernommen, und wird sich weiter darum kümmern, er hat also noch ein paar Kilometer vor sich :-D.

Carsharing und Lastenrad sorgen jetzt für Kapazität und Komfort für die Mobilität, die wir noch in Anspruch nehmen.

Die Zukunft

Wie immer – Vorhersagen sind schwer, insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen. Im Moment ist mein Leben so, das ich gut ohne Auto klarkomme. Das kann sich auch jederzeit wieder ändern. Wenn ich wieder in eine Situation komme, in der ein eigenes Auto eine sinnvolle Lösung für meine Bedürfnisse darstellt, werde ich auch wieder neu Überlegen. Verbrenner oder Elektro, neu oder gebraucht.

Danke schön

An die Familie, der ich verhältnismäßig preiswert ein Lastenrad abkaufen durfte, mit dem ich jetzt erkunde, wie sich Alltags-Einkäufe mit einem Lastenrad gestalten :-). Und mich nach den Erfahrungen gezielter entscheiden werden, welcher Typ Lastenrad für mich der geeignetste ist.

Und vielen Dank an Katja Diehl, die mich mit vielen Impulsen auf Twitter dazu gebracht hat aus neuen Blickwinkeln über meine KFZ-Mobilität nachzudenken. Der Platzverbrauch in den Städten, die zugeparkten und entbaumten Straßen, die private Nutzung öffentlichen Raums, reißen viele Fragen sozialer Gerechtigkeit an. Von allen Aspekten der Nutzung (Verkehr, gesundheitsschädliche Emissionen aller Art) ganz abgesehen

Und sie treffen einen wunden Punkt in der (männlichen, weißen) deutschen Seele: Das Auto in Frage zu stellen greift einen Aspekt an, über den sich offenbar viele Menschen ihre Identität definieren, ihren Erfolg im Leben definieren. Das Auto ist zu einem Parasiten in unserem Hirnstamm geworden. Aber wie viele zur Schau getragenen Attribute der Männlichkeit sich im Laufe der Zeit zur Mode, zum Hype, und irgendwann auch wieder in die Bedeutungslosigkeit verändert haben, wird das hoffentlich mit dem Auto auch so gehen.

Und wie es leider häufig passiert, wenn Menschen sich in ihrer Identität in Frage gestellt fühlen, dann keilen sie aggressiv um sich, häufig verbal, aber leider auch handgreiflich.

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